Haben Sie schon die Nachfolgeplanung ihres Unternehmens gemacht?

Haben Sie schon die Nachfolgeplanung ihres Unternehmens gemacht?

Immer wieder werde ich gefragt, wie, wann und soll man überhaupt eine Nachfolgeplanung machen. Dies kann ich eindeutig mit “Ja” beantworten.. Viele Unternehmer machen sich heute fast keine oder nur vage darüber Gedanken. In der Schweiz zum Beispiel, steht  in den nächsten ca. 5 Jahren bei mehreren Klein und mittleren Unternehmungen eine Unternehmensnachfolge an.

Das sich die Unternehmer mit der Nachfolge beschäftigen müssen, hat auch eine demografische Struktur. Das hat zur Folge, dass nicht nur tausende Arbeitsplätze direkt und indirekt betroffen sind, sondern auch das die Altersklassen der sogenannten Babyboomer-Generation in absehbarer Zeit in Pension geht.

Das führt dazu, dass man sich auch früh mit der Erbschaft bzw. der Eigentumsübergabe beschäftigen muss. Leider wird heute über diese Problematik zu wenig gesprochen oder man schiebt es auf die lange Bank. Und gerade gute und informative Literatur gibt es heute nur wenig. Meistens werden dann nur die finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte, was ja auch wichtig ist, beachtet. Aber was die emotionalen Dinge,wie  mental, psychologisch loslassen können usw. anbelangt, wird überhaupt nichts erklärt.

Dazu möchte ich ein Beispiel aufzeigen eines Prozesses, wie man einen Nachfolger suchen und finden könnte:

Der Prozess sollte in fünf Phasen aufgeteilt sein:

  • Suche des Nachfolgers
  • Auswahl des Nachfolgers
  • Einführung des Nachfolgers
  • Aufbau des Nachfolgers sowie die Übergabe des Unternehmens an den Nachfolger

Diese Aufteilung  erheben kein Anspruch auf Vollständigkeit.Denn jedes Unternehmen sucht seinen Nachfolger individuell. In diesem Beispiel möchte ich mich auf die Phase “Suche des Nachfolgers” und “Auswahl des Nachfolgers” fokussieren.

Der Unternehmer sollte sich gut vorbereiten und schon im Vorfeld Gedanken machen, was den Übergabeprozess positiv beeinflussen kann. Dazu gilt es folgendene Fragen zu beantworten:

-Macht mir es Spass, wenn ein Nachfolger an meinem Platz sein wird?

-Bin ich schon so weit, dass ich mich vertrauensvoll vom Geschäft loslösen kann?

-Werde ich Unternehmensentscheide bzw. Fehler meines Nachfolgers akzeptieren können?

-Kann das Unternehmen weiter bestehen in den heutigen und zukünftigen Märkte?

-Wieviel muss ein potenzieller Nachfolger finanziell aufwenden, um die Firma übernehmen  zu können?

-Bin ich bereit den Kaufpreis des Unternehmens zu reduzieren, wenn der Nachfolger  die finanziellen Mittel nicht aufbringen kann. Oder gar einen Nachlass zu gewähren.

-Hat der Nachfolger den Willen und die Fähigkeit, das Geschäft selbst zu führen und ständig dran zu bleiben?

-Was möchte ich in meinem 3. Lebensabschnitt noch erreichen und wie will ich meinen

 Lebensabend gestalten oder verbringen?

-Kann ich wirklich mit 65 Jahren aufhören zu arbeiten oder braucht mich das Unternehmen noch etwas länger?

Wichtig erscheint mir,  dass der Übergeber sich dazu die Zeit nimmt, sich mit den Fragen auseinandersetzt und möglichst ehrliche Antworten gibt. Aufgrund der emotionalen Komponenten ist das natürlich nicht immer einfach.

Die Suche des geeigneten Nachfolgers

Im Vorfeld ist es auch wichtig Abzuklären, was für Traditionen, Routinen und Geschichten das Unternehmen geprägt haben und heute noch beeinflussen. Der Übergeber muss ebenfalls bereit sein sich mit diesen Kriterien auseinanderzusetzen. Dabei dürfen der Einbezug der Familienmitglieder nicht vergessen werden.

Nicht selten wird auch ein externer Headhunter sprich Personalberater beauftragt,um den Prozess etwas zu beschleunigen und die Auswahl transparenter zu machen.

Welches ist der zentrale Erfolgsfaktor bei der Suche eines Nachfolgers? Es soll zuerst in der Familie, dann bei den Mitarbeitern oder Partnern und erst dann bei anderen Unternehmen gesucht werden. Grundsätzlich ist es so, dass die Sympathie viel wichtiger ist, zwischen dem Übergeber und dem Nachfolger. Damit die Geschäftsphilosophie einen Fortbestand hat. Eigentlich sollte man ab 50 Jahren sich schon bewusst sein, in welche Richtung die Übergabe gehen soll.

Folgende Eigenschaften sollte der Nachfolger mitbringen:

-Ehrgeiz; Freude am Beruf;  Menschlichkeit; Führungskompetenz; gute Umgang mit den Kunden und dem Personal;  eine hohe fachliche Kompetenz und Teamfähigkeit. Im Vordergrund steht das Menschliche, insbesondere in den Kleinunternehmen. Solange man einen guten Umgang mit den Mitarbeitern pflegt und über genügend Empathie verfügt, ist schon viel Führungskompetenz gemacht.

Wichtig erscheint mir auch, dass die hohe Belastung zeitlich wie emotional des Unternehmers getragen wird von stabilen Familienverhältnissen.

Die Auswahl des Nachfolgers

Der Auswahlprozess des eigentlichen Nachfolgers hängt häufig von der Situation und des Bauchgefühls und der Wertvorstellung ab. Bei Mikro- und Kleinunternehmen entscheidet meist der Übergeber selbständig oder mit Einbezug der wichtigsten MItarbeitenden, wer die Nachfolge antreten darf. Bei mittleren Unternehmen werden in der Regel der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung in den Entscheid involviert, da es sich um eine strategische Entscheidung handelt. Dadurch muss der Nachfolger nicht nur den eigentlichen Übergeber/Inhaber überzeugen, sondern auch das Gremium der Geschäftsleitung.

Folgende Faktoren bei der Auswahl sollten berücksichtigt werden:

-Es sollten alle Kriterien der Auswahl möglichst gut erfüllt sein.

-Beim Wechsel verfügen der Übergeber sowie der Nachfolger idealerweise über    gemeinsame Wertvorstellungen.

-Es ist sinnvoll, auch den Verwaltungsrat in den Entscheid zu involvieren.

Abschliessen kann man sagen, dass die Suche nach dem potenziellen Nachfolger nicht immer leicht ist. Besonders in familiengeführten Unternehmen, wo der Patron einfach nicht loslassen kann. Und dann beginnen meiner Meinung und Erfahrung nach erst die richtigen Probleme. Dies kann sich manchmal jahrelang dahin ziehen und es gibt dann meistens eine Notlösung.

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